Pflege darf nicht arm machen!
,Immer mehr Seniorinnen und Senioren in Sachsen-Anhalt können die Kosten für einen Pflegeheimplatz nicht mehr aus eigener Kraft tragen. Über 11.000 Pflegebedürftige sind bereits auf Sozialhilfe angewiesen – Tendenz steigend. Die monatlichen Eigenanteile liegen im Schnitt bei rund 2.700 Euro, während die durchschnittliche Rente nicht einmal die Hälfte davon beträgt. Pflegebedürftigkeit wird so zum Armutsrisiko.
Das Problem liegt im System: Die Pflegeversicherung ist nur eine Teilversicherung. Steigende Löhne und Sachkosten werden direkt an die Betroffenen weitergegeben. Wer pflegebedürftig wird, muss erst sein Erspartes aufbrauchen, bevor Hilfe greift. Das trifft vor allem Menschen mit normalen Einkommen – und ist sozial nicht vertretbar.
Unsere Lösung: Pflege muss verlässlich und bezahlbar werden. Das BSW fordert einen Pflegekostendeckel von 1.000 Euro, der Pflegebedürftige vor finanzieller Überforderung schützt. Gleichzeitig braucht es eine Weiterentwicklung der Pflegeversicherung hin zu einer solidarischen Vollversicherung, in die alle nach Leistungsfähigkeit einzahlen.
Pflege ist Teil der Daseinsvorsorge – sie darf kein Geschäftsmodell auf Kosten der Schwächsten sein.